orlag, die sich allein am Körpergewicht nicht erkennen ließ.
Bei Menschen mit Adipositas stand die zentrale Fettverteilung mit 49 % der Herzinsuffizienz-Ereignisse und 36 % der Todesfälle durch koronare Herzkrankheit in Zusammenhang.
Der BMI kennt Ihr Gewicht und Ihre Körpergröße.
Er weiß jedoch nicht, wo Ihr Körper Fett speichert.
Der einfache Test mit dem Maßband
Stellen Sie sich gerade hin und suchen Sie den oberen Rand Ihres Hüftknochens. Legen Sie das Maßband auf dieser Höhe um Ihre Taille, atmen Sie normal aus und ziehen Sie den Bauch dabei nicht ein.
Nach den Empfehlungen der American Heart Association aus dem Jahr 2026 [1] gilt ein Taillenumfang von mindestens:
- 88 cm bei Frauen
- 102 cm bei Männern
als Hinweis auf abdominale Adipositas. Für Menschen asiatischer Herkunft gelten niedrigere Grenzwerte.
Noch einfacher ist die Empfehlung des britischen NICE [3]:
Der Taillenumfang sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen.
Bei einer Körpergröße von 170 cm sollte die Taille also möglichst unter 85 cm liegen.
Wenn Ihr Wert Sie beunruhigt, können wir Ihnen helfen, die gesundheitlichen Risiken eines hohen BMI besser zu verstehen.
Was hilft tatsächlich gegen viszerales Fett?
Die gute Nachricht: Viszerales Fett lässt sich meist relativ gut reduzieren.
Gerade die Eigenschaft, die es gesundheitlich problematisch macht – seine hohe Stoffwechselaktivität und der enge Austausch mit der Leber – führt gleichzeitig dazu, dass es auf Gewichtsverlust und Lebensstilveränderungen reagiert.
Die wirksamsten Maßnahmen sind wenig spektakulär, aber effektiv:
- ausreichend Eiweiß und Ballaststoffe, damit Mahlzeiten länger sättigen
- weniger Kalorien in Form von Getränken
- möglichst wenig zuckerhaltige Getränke und Alkohol
- regelmäßiges Krafttraining
- Bewegung im Alltag, beispielsweise zügiges Gehen
- ausreichend Schlaf
Muskelgewebe spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Glukose und unterstützt damit einen gesunden Stoffwechsel.
Was viszerales Fett nicht entfernt
Bauchmuskeltraining allein lässt viszerales Fett nicht gezielt verschwinden.
Crunches und andere Bauchübungen kräftigen zwar die Muskulatur unterhalb des Fettgewebes, können jedoch nicht bestimmen, an welcher Stelle der Körper Fett abbaut.
Auch eine Fettabsaugung (Liposuktion) entfernt kein viszerales Fett.
Eine Liposuktion arbeitet ausschließlich im subkutanen Fettgewebe unter der Haut. Das Fett innerhalb der Bauchhöhle rund um die Organe kann damit nicht erreicht werden.
Eine Fettabsaugung kann sehr effektiv zur Körperkonturierung eingesetzt werden, reduziert aber nicht das durch viszerales Fett verursachte metabolische Risiko.
Eine seriöse Klinik sollte diesen Unterschied klar kommunizieren.
Was tun, wenn eine Änderung des Lebensstils nicht ausreicht?
Insbesondere bei Menschen, die bereits seit vielen Jahren mit Adipositas leben, reichen Ernährung und Bewegung allein manchmal nicht aus.
Auch moderne GLP-1-Medikamente können neben dem Körpergewicht das viszerale Fett reduzieren.
Eine bariatrische Operation bleibt bei entsprechend geeigneten Personen eine der nachhaltigsten Möglichkeiten zur deutlichen Gewichtsreduktion.
Bei ROYAL MEDICAL beginnt eine Magenverkleinerung bzw. Schlauchmagen-Operation für Klienten mit einem BMI über 35 derzeit bei 6.550 €.
Je nach Ausgangssituation ist ein Gewichtsverlust von etwa 35–55 % möglich. Die Erholungszeit beträgt typischerweise etwa zwei bis drei Wochen.
Eine weniger invasive Möglichkeit kann der Magenballon sein.
Er eignet sich für bestimmte Klienten als Einstieg in eine medizinisch unterstützte Gewichtsreduktion, ohne dass eine bariatrische Operation notwendig ist.
Welche Methode wann sinnvoll ist?
Genau darum geht es in unserem nächsten Artikel:
Schlauchmagen oder GLP-1 – die beiden Möglichkeiten im direkten Vergleich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Viszerales Fett befindet sich rund um die inneren Organe und lässt sich von außen nicht greifen.
- Es ist stoffwechselaktiv und kann das kardiometabolische Risiko erhöhen.
- Ein normaler BMI schließt eine ungünstige zentrale Fettverteilung nicht aus.
- In einer Analyse von 259.388 Personen hatten rund 18 % der Teilnehmer mit normalem BMI dennoch eine erhöhte zentrale Fettverteilung.
- Ein Taillenumfang ab 88 cm bei Frauen bzw. 102 cm bei Männern gilt als erhöhtes Risiko.
- Alternativ kann als einfache Orientierung gelten: Die Taille sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße messen.
- Eine Fettabsaugung entfernt kein viszerales Fett.
- Ernährung, Krafttraining, Bewegung und ausreichend Schlaf können helfen, viszerales Fett zu reduzieren.
- Bei Bedarf können zusätzlich medikamentöse oder bariatrische Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man trotz normalem BMI zu viel viszerales Fett haben?
Ja. In der JACC-Analyse von 2026 zeigte sich bei etwa 18 % der Teilnehmer mit normalem BMI eine erhöhte zentrale Fettverteilung.
Deshalb kann der Taillenumfang zusätzliche Informationen liefern, die der BMI allein nicht erfassen kann.
Welcher Taillenumfang gilt als gesundheitliches Risiko?
Als Orientierung gelten mindestens 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern. Für Menschen asiatischer Herkunft gelten niedrigere Grenzwerte.
Eine weitere einfache Regel lautet:
Der Taillenumfang sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen.
Kann eine Fettabsaugung viszerales Fett entfernen?
Nein.
Bei einer Fettabsaugung wird subkutanes Fett direkt unter der Haut entfernt. Das Fett innerhalb der Bauchhöhle rund um die Organe ist für eine Liposuktion nicht zugänglich.
Daher reduziert eine Fettabsaugung nicht das metabolische Risiko, das mit viszeralem Fett verbunden ist.
Wie schnell kann man viszerales Fett verlieren?
Viszerales Fett reagiert häufig schneller auf Gewichtsverlust und Lebensstilveränderungen als subkutanes Fett.
Bei konsequenten Veränderungen können bereits innerhalb einiger Wochen messbare Verbesserungen auftreten. Wie schnell dies geschieht, ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt unter anderem von Ausgangsgewicht, Ernährung, Bewegung und Stoffwechselsituation ab.
Quellen
[1] American Heart Association – Measuring Waist Circumference for Comprehensive Health Assessment, Februar 2026
[2] Journal of the American College of Cardiology – Risk Reclassification Beyond BMI by Waist Circumference and Waist-to-Hip Ratio, 11. August 2026
[3] NICE – Overweight and Obesity Management: Identifying and Assessing Central Adiposity
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Ob eine bestimmte Behandlung oder ein Eingriff geeignet ist, muss immer von einem Arzt beurteilt werden.
